Pure Partynostalgie
Der perfekte Moment, flüchtig wie Konfetti: Wie aus einer Zufallsbegegnung ein Business entstand, das sich mit überschwänglicher Kreativität und viel Liebe zum Detail international einen Namen gemacht hat
Der Name ist Programm. Auch wenn man sich das nicht gleich vorstellen kann. Was genau ist ein Confettisystem? Unzählige bunte Bilder tanzen bei diesem Begriff unwillkürlich durch den Kopf. Doch sobald man die Erfinder hinter CONFETTISYSTEM, Nicholas Andersen und Julie Ho, näher kennenlernt, ist die Sache sonnenklar.
Vor etwa zehn Jahren lernten sich die beiden Künstler und Designer über einen gemeinsamen Freund kennen, schwelgten bald in Kindergeburtstagserinnerungen und entdeckten, ganz nebenbei, ihre gemeinsame Leidenschaft für leuchtende Farben und originelle Dekoration. Mittlerweile ist das Ganze ein gestandenes Geschäftskonzept – und macht in der Kreativbranche von sich reden. Ob Musik, Mode oder auch Kunst: Julie und Nicks unbeschwerte Symbiose aus Installation, Design und Liebe zum Detail bringt Farbe in jedes Set – mit stilvoll-individuellen geometrischen Schmuckstücken, die die beiden in Handarbeit fertigen. Einfache Materialien wie Papier, Pappe und Seide werden so zu dreidimensionalen Objekten, die schon bei Opening Ceremony, J. Crew und auch Musikern wie Yeah Yeah Yeahs oder Beach House Showroom und Bühne zierten (Bilder gibt es auf ihrem Blog). Kein Wunder, dass CONFETTISYSTEM mittlerweile zum Liebling der Modelabels, Designer und Musiker avanciert sind – wer hätte nicht gern eine Prise Inspirationsflitter in der Luft?
Wir treffen die beiden vor ihrem Atelier in Manhattan, New York zum Videodreh. Anlass ist das von ihnen gestaltete Kunstwerk 4 Million Likes für die Mercedes-Benz Facebook Seite. Nick hält sich zwar noch an einem Coffee-to-go fest, doch beide scheinen – trotz der Morgenstunde – völlig ausgeruht und entspannt. Keine Spur von Nervosität, Schlafentzug oder „Schlechtwetterlaune“, die New Yorker nach dem vorangegangenen schwül-warmen Wolkenbruch gern einmal heimsucht.
Das Atelier im 11. Stock eines Wolkenkratzers ist ein wahrgewordener Kindertraum. Und auch für Erwachsene durchaus bezaubernd: Das allgegenwärtige Glitzern und Glänzen weckt sofort die innere Elster – man möchte einfach alles anfassen und diesen Konfettitraum mit nach Hause nehmen. Ein Zimmer wie dieses Atelier? Man kommt aus dem Entdecken gar nicht mehr heraus. Überall kunterbunte Farben, Unmengen unterschiedlicher Papiere und Materialien. Doch das Chaos täuscht: Das Durcheinander hat Methode und dient gleichzeitig als Büro. Ein Blick an die Decke zeigt, was hier produziert wird: dort baumeln liebevoll gefertigte Piñatas in überschwänglicher Form- und Farbvielfalt und warten auf ihre Empfänger.
Mittagspause. Auch nach fünf Stunden Dreh wirken Julie und Nick vollkommen entspannt. Als eingespieltes Team ergänzen beide die Sätze des anderen und werfen sich kurze Blicke zu. Man merkt – sie fühlen sich einfach wohl und können die Kamera, die nun auf sie gerichtet ist, locker ausblenden. Wir wollen wissen, wie alles begann und wie unter ihren Händen ein Kunstwerk wie 4 Million Likes entsteht. Schon beim Betreten des Ateliers springt einem die noch unfertige, glänzende Mercedes-Benz-Piñata förmlich entgegen. Jetzt fehlen nur noch die letzten, durchdachten Handgriffe, die dieses prallgefüllte Kunstwerk vollenden. Jede Bewegung sitzt, jeder hat seine eigene Aufgabe. Ein Schritt zurück, ein prüfender Blick – und Zufriedenheit macht sich breit. „That’s it!“ Genau so hatten sie es sich vorgestellt.
Nach zwei Tagen Dreh sind uns die beiden – und ihre ruhige, durchdachte Methodik mit einer Prise Fröhlichkeit – bereits seltsam vertraut. Und fehlen uns schon jetzt ein bisschen.
Das Video zur Entstehung des 4 Million Likes-Kunstwerks für Mercedes-Benz verspricht eine kräftige Dosis CONFETTISYSTEM: lässig, sympathisch und immer wieder überraschend (siehe Video und Fotos vom Dreh oben). Es lohnt sich!
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